Eiersalat - Eine Frau geht seinen Weg

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Buch

VÖ: 1999

Kurzbeschreibung:
In einer so intensiven wie rudimentären Sprache erzählt Helga Maria Schneider aus ihrem Leben. Ein aufrüttelnder Bericht, der unter gegebenen Umständen nicht als Lebenshilfe miß-, sondern verstanden werden sollte. Ausdrücklich geeignet!

Ein kleiner Auszug:
Ich war sowieso schon auf Hundertachtzig wegen des Scheißwetters. Seit zwei Tagen regnete es in Strömen. Ich ging trotzdem spazieren, weil ich es nun in meiner kleinen Kemenate nicht mehr aushielt. Stramm zog ich meinen mitgebrachten Südwester ins Gesicht und schlug den Mantelkragen hoch. Die Insel war so was von langweilig, daß ich daran dachte, mit der Fähre mal ans Festland zu fahren. Vielleicht war dort das Wetter besser. Ich löste ein Carnet für die überfahrt. Von weitem sah ich, wie Spiros - zum Glück sah er mich nicht - seine Kacksurfbretter stapelte. Ich überlegte, ob ich ihn mir noch einmal vorknöpfen sollte. Aber eigentlich hat frau das ja nicht nötig. Außerdem war es sehr anstrengend, seinem dämlichen Liebesgequatsche aus dem Weg zu gehen. Die Typen sind doch alle gleich. Kaum reicht frau ihnen den kleinen Finger, meinen sie, sie könnten auch den Rest besitzen. Auf der kleinen Fähre konnte ich mit Vergnügen zusehen, wie lauter eingebildete Fatzkes plötlich anfingen zu kotzen! Der starke Seegang war wohl nur etwas für gestandene Weibsbilder, wie ich es bin. Mit Stolz nahm ich zur Kenntnis, daß ich die einzige Passagierin war, die nicht ihren Mageninhalt dem Meer übergab. Mit einem Schmunzeln auf dem Gesicht, das nun wettergegerbt wirkte, begab ich mich ans Land. Paradiesisch! Diese Bucht hatte etwas von Gaugin. Palmen und Blumen. Ein Vogel kam und hackte wild auf den Stamm einer der Palmen ein. Ein Kolibri, der kleinste Vogel der Welt. Sein Flügelschlag ist nur noch zu schlagen von den albernen Bemühungen meines Mannes beim Poppen. Na ja, anfangs hatte ich es einmal zugelassen. Ich Arme. Ein ekelhafter Schweißgeruch umgibt diesen Mann. Er sagt, es komme vom Arbeiten. Aber was tut der denn Besonderes? So Typen sitzen doch nur ihre Zeit ab und werden dann auch noch dafür bezahlt! Dann schleichen sie nach Hause, und die ganze Zeit wird Fernseh geguckt, bis die so müde sind, daß sie nicht mehr fähig sind, ihre Frauen zu befriedigen. Das muß einmal gesagt werden. Zum Glück gibt es ehehygienische Gerätschaften, davon kann frau nicht genug im Haushalt haben. Oder, wie gesagt, gut tut auch ein kleiner Urlaub in Griechenland oder Kuba.